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DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich

Soziale Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung.

Mit Unterstützung zum Traumberuf in der Landwirtschaft

Zum 01.02.2017 konnte Achim Schneider, ein junger Mann mit geistiger Behinderung aus dem Hunsrück, nach erfolgreichem Abschluss der Maßnahme „Individuelle betriebliche Qualifizierung (InbeQ)“ im Agrarbetrieb der Familie Baumgart in Rapperath nahe Morbach in ein Arbeitsverhältnis als landwirtschaftlicher Helfer übernommen werden. Sein Traumberuf wurde somit Wirklichkeit.

Das Bild zeigt v.l.n.r.: Werner Lobüscher (Job-Mentor), Achim Schneider, Annika Lagodka (Koordinatorin des Job-Mentorings), Edith Baumgart

Zu Beginn des Jahres 2015 begann Achim Schneider die Maßnahme "Individuelle betriebliche Qualifizierung (InbeQ)" beim Job-Mentoring der DRK-Sozialwerks Bernkastel-Wittlich gGmbH. Schnell kristallisierte sich heraus, dass Achim Schneider gerne einen Job in der Landwirtschaft ausüben möchte. Vor allem das körperliche Arbeiten an der frischen Luft und der Umgang mit den teils imposanten landwirtschaftlichen Maschinen reizten ihn sehr an dieser Tätigkeit. Durch persönliche Kontakte und Erfahrungen kannte er bereits einiges über das Berufsbild sowie typische Aufgaben eines landwirtschaftlichen Mitarbeiters. Mit Unterstützung durch das Job-Mentoring des DRK-Sozialwerks wurden für Herrn Schneider zunächst Praktikumsbetriebe gesucht und gefunden, in denen er seinen Traumberuf erproben konnte. Nach zwei kürzeren Orientierungspraktika auf Bauernhöfen im Hunsrück konnte mit dem Agrarbetrieb Baumgart in Rapperath ein Betrieb gefunden werden, in dem neben dem Start eines Langzeitpraktikums bereits recht früh die Möglichkeit einer Übernahme von Herrn Schneider in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis gegeben werden konnte.

Familie Baumgart betreibt auf ihrem Hof Milchwirtschaft mit insgesamt 70 Milchkühen und mehreren Kälbern. Zudem vertreiben sie Futtermittel an Höfe aus der Region. Im Betrieb ist Achim Schneider mittlerweile sowohl in die verschiedenen Arbeitsabläufe als auch in das Familienleben gut eingebunden. Seine Aufgaben im Betrieb reichen von täglichen Routineaufgaben wie z.B. Helfen beim Melken der Milchkühe, Misten der Ställe und Reinigen des Melkstandes über saisonale Tätigkeiten wie beispielsweise Helfen beim Einsäen oder Ernten der Futtermittel bis hin zur Unterstützung der Landwirte bei tagesaktuellen Arbeiten wie Reparaturen und Wartungen der Landmaschinen. Viele dieser Tätigkeiten musste Herr Schneider neu erlernen. Beim Einüben der Aufgaben wurde Herr Schneider durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Job-Mentorings unterstützt. Diese besuchten ihn mehrmals in der Woche und begleiteten ihn bei seinen Tätigkeiten engmaschig, sodass Familie Baumgart hierdurch entlastet werden konnte. Herr Schneider merkte schnell, dass Fehler fatale Auswirkungen auf die Qualität der Milch haben können. Der Qualität seiner eigenen Arbeitsergebnisse kam also von Beginn an hohe Bedeutung zu.

Nach intensiver Unterweisung durch Familie Baumgart und die Job-Mentoren konnte Herr Schneider zum 01.02.2017 seine Stelle als landwirtschaftlicher Helfer antreten. Durch das "Budget für Arbeit" wurde durch den örtlichen und den überörtlichen Leistungsträger eine dauerhafte finanzielle Unterstützung gewährt, die es Herrn Schneider sowie dem Betrieb der Familie Baumgart ermöglicht, das Arbeitsverhältnis nachhaltig aufrecht zu erhalten.

Info "Job-Mentoring":

Job-Mentoring ist eine umfassende Hilfestellung zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Die Maßnahme erfolgt als "Individuelle betriebliche Qualifizierung" (InbeQ). Im Job-Mentoring begleiten erfahrene Fachkräfte Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen auf dem Weg in ein stabiles sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Diese besondere Form der "Individuellen betrieblichen Qualifizierung" basiert auf den Grundsätzen der "Unterstützten Beschäftigung".

Ziel des Job-Mentor-Konzeptes ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen, unabhängig von Art und Umfang der Behinderung, in ein für sie geeignetes Arbeitsverhältnis auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu begleiten sowie dieses langfristig zu erhalten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten hierüber von Beginn an die Möglichkeit, eigene berufliche Neigungen und Fähigkeiten in Erprobungsbetrieben auszutesten. Anders als bei traditionellen Qualifizierungsprojekten steht am Anfang somit die Arbeitsplatzbeschaffung. Daran anknüpfend folgen dann die berufliche Orientierung und Vorbereitung für den Arbeitsplatz durch Qualifizierung im Betrieb. Am Ende des Prozesses steht die langfristige Stabilisierung des Arbeitsverhältnisses.

9. Mai 2017 09:21 Uhr. Alter: 135 Tage