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DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich

Soziale Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung.

Jubiläumsfest - „50 Jahre Kindergarten im DRK“

Seit 50 Jahren betreibt das Deutsche Rote Kreuz Kindergärten im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Dieses Jubiläum wurde am Freitag, den 23. August 2019 um 11:00 Uhr in den Räumlichkeiten der integrativen Kindertagesstätte Wehlen, Uferallee 6B in Bernkastel-Wehlen in einem Festakt gewürdigt. In der Feierstunde wurde besonders den Anfängen der Kindergärten für Kinder mit Förderbedarf gedacht und die Entwicklung bis hin zu den integrativen Gruppen. An Beidem waren die Kindergärten im DRK maßgeblich beteiligt, wie sowohl Landrat Herr Gregor Eibes als auch Vorstandsmitglied des DRK-Sozialwerks Ulf Hangert betonten.

Die zaghaften Anfänge sind zu einem festen Bestandteil in der Region gewachsen. Frau Gertrud Weydert, Ortsvorsteherin Wehlen stellte heraus, dass Inklusion nicht nur ein Schlagwort ist – „Wir leben es!“ war ihre Aussage. Die Kinder zeigten bereits damals und zeigen immer noch wie einfach es ist, vorurteilsfrei Kontakte zu knüpfen, um miteinander zu agieren und dabei voneinander zu profitieren und zu lernen. Neben den positiven Worten der Redner zur Entwicklung des Gedankens der Integration und Inklusion, haben doch die Kinder in einem Liedbeitrag „Du bist so“ (Text Sebastian Dold), die Einfachheit und Selbstverständlichkeit vom Leben der Inklusion vermittelt:

„Du bist so und ich bin anders,

sie kann dies und er da kann anders.

Wir sind schön und gut und richtig, wie wir sind!

Manchmal laut und manchmal leise,

jeder singt auf seine Weise,

wir sind schön und gut und wichtig, wie wir sind!

 

Manchmal bin ich gelb, wie die Sonne oder Zitrone,

wärmend, sauer oder auch wie das Gold an einer Krone,

manchmal bin ich schwarz, manchmal purpurn und manchmal weiß,

ich war bestimmt schon Farben, von denen ich heute nichts mehr weiß.“

(Ausschnitt aus dem Liedtext)

 

 

Zur Idee:

Der Gedanke hinter den integrativen Kindertagesstätten: 
"Kinder brauchen Kinder"

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen leben und spielen, so dass sie die Behinderung als zweitrangig erleben und lernen, den anderen in seinen Fähigkeiten und seiner Andersartigkeit zu akzeptieren sowie offen anzunehmen und anzuerkennen. Durch tägliches Miteinander sollen die Kinder in diesem sozialen Umfeld Lernerfahrungen sammeln, die sich positiv auf die gesamte Persönlichkeitsentwicklung auswirken. Durch gemeinsames Spielen soll es den Kindern ermöglicht werden aufeinander zuzugehen, Beziehungen aufzubauen, miteinander zu agieren und ihre verschiedenen Fähigkeiten anzuerkennen. Dies ermöglicht es voneinander zu lernen und unvoreingenommen miteinander umzugehen.

 

Zur Geschichte:

Im Juli 1969 wurde der erste Sonderkindergarten in Bernkastel-Kues des DRK in Betrieb genommen. Erbaut auf einem von der Stadt geschenkten 5000 m² großen Gelände auf dem Kueser Plateau war er  damals für 22 bis 25 geistig und mehrfach behinderte Kinder in vier Gruppen ausgerichtet. In unmittelbarer Nachbarschaft zur ebenfalls auf diesem Gelände erbauten – bereits 1968 eröffneten Sonderschule – etablierte sich der Sonderkindergarten und blieb bis zur Umsiedelung der Gruppen nach Wehlen 1982 an diesem Standort.

Der Kindergarten in Wehlen öffnete 1976 zum ersten Mal seine Türen für insgesamt 60 Kinder aus den Gemeinden Wehlen, Graach und Schäferei. 1982 kamen die Kinder mit Förderbedarf aus dem Kindergarten  Kueser Plateau dazu. Hieraus entwickelten sich die ersten integrativen Gruppen in Rheinland-Pfalz. Zurzeit verfügt der Kindergarten über zwei integrative Gruppen mit jeweils zehn Kindern aus dem Regelbereich und je fünf Kindern mit unterschiedlichem Förderbedarf, im Alter von zwei bis sieben Jahren. Zusätzlich gibt es noch eine Nestgruppe mit fünfzehn Plätzen für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren. In der Regelgruppe werden fünfundzwanzig Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren betreut.

Im Januar 1996  wurde die heutige integrative Kindertagesstätte „Annette Künzig“ im Meisenweg eröffnet und mit 45 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren in drei integrativen Gruppen mit jeweils zehn Regel- und fünf Förderkindern in Betrieb genommen. 2012 kam eine Krippengruppe mit zehn Kindern von null bis drei Jahren hinzu.

Beide integrative Kindertagesstätten – Kita Annette Künzig auf dem Kueser Plateau und Kita Wehlen – werden von Kindern mit unterschiedlichen Behinderungen und Entwicklungsstörungen aus dem gesamten Kreisgebiet besucht.

27. August 2019 14:19 Uhr. Alter: 83 Tage